Ausbildungsverlauf
Eine Kung-Fu-Ausbildung ist sehr individuell und daher nur schwer allgemein für alle Schüler zu beschreiben. Zu unterschiedlich sind die Vorrausetzungen, Motivationen und die Begabung der jeweiligen Schüler. Der Lehrer muss in der Ausbildung für jeden seiner Schüler die richtigen Werkzeuge auswählen, um dessen gongfu nach seinen ganz persönlichen Voraussetzungen zu fördern. Die hier beschriebenen Abschnitte und können nur eine grobe Richtlinie der Ausbildung darstellen. Wir verharren und verlieren uns nicht in das dogmatische Abarbeiten von Listen und Plänen. Die Entwicklung des Schülers steht im Vordergrund. Wenn die Reihenfolge im Ausbildungsplan für diesen angepasst werden musst, dann ist das eben so.
Anfängerkurs – die Orientierungsphase
Der Einstieg in die Ausbildung erfolgt durch einen n Anfängerkurs, der dem Interessenten als Orientierungsphase dienen soll. Hier werden bereits einige ausgesuchte Inhalte der Grundschule unterrichtet und der Anfänger kann sich mit der Unterrichtsmethodik und dem Kung-Fu-Lernen vertraut machen.
Für manche ist die Ausbildung im Kung-Fu nichts – manche finden darin einen Weg, den sie weiter beschreiten möchten. Der Anfängerkurs stellt inhaltlich eine solide Basis zum Einstieg in die Grundausbildung bereit.
Das Fundament legen
In allen traditionellen Kung-Fu-Schulen, so natürlich auch bei uns, beginnt der Schüler mit dem Erlernen der Grundschule, d.h. er lernt grundlegende Stellungen und Bewegungen, um die Basis für das Erlernen weiterer Inhalte und „gutes gongfu“ zu schaffen.
Dies ist eine sehr intensive und wichtige Phase der Ausbildung. Da viele Basisprinzipien hier eingeschliffen werden muss das Training sehr konzentriert geschehen und Techniken müssen korrekt geübt werden, um ein falsches Anlernen zu vermeiden. Funktionale Übungen zu Kraft, Kondition, Beweglichkeit und Ausdauer ergänzen das spezifische Training.
Sind die fundamentalen Grundlagen beim Schüler geschaffen, so beginnt er damit sich mit dem Formentraining auseinanderzusetzen. Jede Form wirkt als Werkzeug mit anderen Einflussfaktoren auf den Schüler und der Schüler erweitert seinen kämpferischen Horizont mit jeder gelernten Technik. Beim Arbeiten mit den Handformen werden allgemeine Prinzipien der Kraftgenerierung und spezifische Grundlagen gelernt, geübt und gefestigt. Die ständigen Korrekturen sollte der Schüler hier nicht als Kritik an ihm sehen, sondern als Interesse des Lehrers ihn voran zu bringen. Korrigiert ein Lehrer nicht, sollte der Schüler sich Gedanken machen.
Der Umgang mit dem Langstock in Form, Grundübungen und Partnertechniken unterstützt die Entwicklung, die der Schüler durch das Lernen und Üben der Handformen macht. Das Üben mit dem Langstock und das Erlernen der Form beschließt die inhaltlich diesen Lernabschnitt.
Auf dem Fundament aufbauen
Augestattet mit den nötigen Basiswerkzeugen beginnt der Schüler zum Herz der Kampfkunst vorzudringen. Alle Techniken werden am Partner modellhaft umgesetzt und unter Drill geübt. Die verschiedenen Techniken in den Formen unterliegen bestimmten Prinzipien, mit denen der Schüler beginnt das System hinter den Anwendungen zu verstehen. Qinna gehört ebenso zur Ausbildung, wie Grundlagen im reglementierten Zweikampf mit gekoppeltem Modellsparring.
Der Schüler lernt ebenso den Umgang mit Säbel und Speer und entwickelt seine Fähigkeiten mit weitaus komplizierteren Handformen als noch in der Grundschule weiter. Er hat sich dafür bereits die unbedingt erforderlichen Voraussetzungen, die nötige Kraft und Fitness erarbeitet.
Sparring, Turniere, Wettbewerbe, Demos, Seminare…der Schüler soll möglichst viele – freiwillige – Erfahrungen sammeln und anfangen, sich mit den bisher erlernten Inhalten kritisch auseinanderzusetzen. In dieser Zeit beginnt er das System langsam zu verstehen, die ersten Bewegungsmuster werden bereits frei verfügbar sein, und seine allgemeine Bewegungsform wird insgesamt “weicher” und “flüssiger”.
Lernen durch Lehren – Der weitere Weg…
Der Schüler wird nun als Assistenz-Trainer und Übungsleiter eingesetzt, was ihn zwingt sich intensiver als zuvor mit dem System auseinanderzusetzen. Neben weiteren Handformen wird der Umgang mit dem Schwert und der großen Hellebarde geübt. Der praktische Einsatz mit den bisher erlernten Waffen im Kampf steht genauso auf dem Lehrplan, wie der freie Kampf ohne Waffen.
Wir geben jedem die Möglichkeit, gemäß seinen Fähigkeiten, in die wunderbare Welt des Kung-Fu einzutauchen – die Tiefe wird dabei allerdings vom Fortschritt des Übenden allein bestimmt.
Die soll als Horizont unserer Ausbildung für Interessierte auf diese Webseite genügen.
Alle Erfahrungen im Unterricht fließen direkt in die ständige Weiterentwicklung des Gesamtkonzeptes ein, so dass die Ausbildungsqualität einem gesteuerten Verbesserungsprozess unterliegt. Die Prinzipien unseres Systems bleiben stets die gleichen, doch die Methodik diese zu unterrichten kann sich hin und wieder ändern wenn sich die Methodik und Heransgehensweise verbessern.



