Qi Xing Tang Lang
LUO GUANG YU SIEBEN STERNE GOTTESANBETERIN KUNG-FU
德国罗光玉七星螳螂派 – seit 1983 in Deutschland.
Das Qi Xing Tang Lang Kung-Fu ist ein traditionelles Kung-Fu-System aus der Shandong Provinz im Norden von China. Der Legende nach wurde es vom Shaolin Mönch Wang Lang Ende der Qing Dynamstie um 1644 entwickelt und wurde erst 1919 zum ersten Mal in der berühmten Jingwu Schule in Shanghai von Luo Guang Yu öffentlich unterrichtet.
In den frühen 80er Jahren lernte der deutsche Kai Uwe Pel das System in Hong Kong und brachte es ein paar Jahre später nach Deutschland und Europa. Seitdem gehört das Qi Xing Tang Lang zu den verbeitesten und beliebtesten Kung-Fu-System in Deutschland.
TANG LANG KUNG FU
Inspiriert durch die aggressiven, kompromisslosen und schnellen Fangbewegungen einer Gottesanbeterin (TANG LANG) im Kampf mit einer Zikade entwickelte der Shaolin Mönch Wang Lang aus der Essenz 17 bereits bestehender Kung-Fu Stile und aus den Fangbewegungen der Gottesanbeterin gewonnenen Prinzipien einen völlig neuen Stil: das Tang Lang Quan. Er leitete aus den Studien, die er an einer Gottesanbeterin durchführte, 12 Kampfprinzipien ab. Diese werden auch die zwölf “Schlüsselwörter” genannt und bilden bis heute den Kern des Systems: 钩 Gōu, 搂 Lǒu, 采 Cǎi, 挂 Guà, 刁 Diāo, 进 Jìn, 崩 Bēng, 打 Dǎ, 粘 Zhān, 黏 Nián, 贴 Tiē, 靠 Kào.
Das Tang Lang Quan behauptete sich in der Praxis und wurde über Generationen weitergegeben. Die Meister der nachfolgende Generationen verfeinerten das System, ergänzten ihre Erfahrungen und integrierten neue Konzepte und Techniken. So wurde das System immer umfassernder und ausgefeilter. Das Tang Lang Quan gilt heute als ein äußerst effektives Kampfsystem, dessen Spezialitäten die typischen Fangtechniken gefolgt von blitzschnellen Kombination von Hand- und Fußtechiken sind. Das Tang Lang Quan vereint harte und weiche Methoden, innnere und äußere Prizipien des Kung-Fu.
Der Unterricht umfasst alle Aspekte des Systems – diese sind u.a.:
* Traditionelle Formen zur Entwicklung von Körpermechanik und Intention
* Qinna – Kampfkonzepte mit Gelenkmanipulation, Akkupressurpunkten, usw.
* Partnerübungen zur kontrollierten Anwendung der “12 Schlüssel”
* Spezielle Abhärtungsübungen bis hin zum Eiserne-Hand-Training
* Verbesserung der allgemeinen Fitness und Konditionierung des Körpers.
* Umgang mit traditionellen chinesischen Waffen in Form und Kampf
* Gerätetraining und verschiedene Freikampfübungskonzepte
* …weitere.
Gegenstand dieser Webseite sind Informationen über den Kung-Fu-Stil Qi Xing Tang Lang wie er von Luo Guang Yu in der Jingwu Schule in Shanghai unterrichtet worden ist. Autor dieser Webseite ist Christian Kubiak, der in der Familienlinie Luo Guang Yu – Lin Bo Yan – Xu Jin Ge – Kai Uwe Pel steht.
Stammbaum
In traditionellen Kung-Fu-Schulen ist das Miteinander in einer traditionellen Familienstruktur organisiert. Für uns Westler mag dies, für eine “Lern- und Sportgemeinschaft” zunächst etwas gewöhnungsbedürftig erscheinen, aber es ist untrennbar mit der Ausbildung im traditionellen Kung-Fu verbunden. Die strikte Familienhirachie entstammt aus der Zeit der konfuzianischen Lehre und hängt auch eng mit der Weitergabe von Familiensystemen vom Vater zu den Söhnen zusammen.
Jede traditionelle Kung-Fu-Schule hat, gemäß der Familienstruktur, einen nachvollziehbaren Stammbaum mit den Ahnen und Meistern vorheriger Generationen, die dafür gesorgt haben, dass das System bis heute überlebt hat. Der Respekt und Dank an die Ahnen und Meister für die Hingabe den Stil zu erhalten ist eine praktizierte Tugend innerhalb einer jeden Kung-Fu-Schule.
Hier ist unser Stammbaum des QI XING TANG LANG:
Der Gründer (~1650)

Wang Lang Denkmal
Unsichere Jahre (1650~1800)
Es ist nicht bekannt welchen Weg der Stil nach Wang Lang nahm. Das Gottesanbeterin Boxen (TANG LANG QUAN) wird heute noch im Shaolin Quan unterrichtet und es wird daher angenommen, dass in oder um Shaolin Zwischengenerationen den Stil erweiterten und lehrten. Die Shandong Provinz im Norden Chinas ist bis heute eine Hochburg des Tang Lang und das System ist hier historisch tief verwurzelt. Die Wurzeln nach WANG LANG liegen irgendwo zwischen Shaolin und Shandong. Durch das Fehlen von Dokumentationen aus dieser Zeit können wir leider keine anderen Angaben machen.
1.Generation
SHEN XIAO DAO REN (bis min. 1844)
Als erste Generation wird in unserer Familie der Name Sheng Xiao Dao Ren genannt. Keine mir bekannte Quelle sagt jedoch etwas über diesen Mann aus. Es kann auch sein, dass “der Daoist” nur für eine weitere unbekannte Personengruppe außerhalb Shaolins steht.
Shen Xiao Da Ren wird aber die Nähe zu einem Kloster am Laoshan Berg in Shandong zugesprochen, weswegen auch heute das Denkmal des Gründers Wang Lang dort steht. Zumindest kann der Weg des Systems hier bereits lokal eingegrenzt werden. Erst ab der 2. Generation können konkretere Namen und Daten genannt werden.
2.Generation
LI ZHI ZHAN (1821-18..)
1821 wurde in der Provinz Shandong Li Zhi Zhan geboren. Nachdem er das Tang Lang Quan am Laoshan erlernt hatte, soll er seinen Lebensunterhalt mit dem begleiten von Postkutschen und Reisegruppen bestritten haben. Dabei fungierte als Leibwächter und Sicherheitskraft. Er hatte bald ein Team an Sicherheitskräften um sich, denen er seine Kampfkunst weitergab. Für die Fähigkeit die Prinzipien des Tang Lang Quan “auf er Straße” einsetzen zu können war er bei Transportunternehmen sehr gefragt gewesen, was Li Zhi Zhan einen Ruf als guter Kämpfer und auch als guter Lehrer einbrachte. Aus seinem elitären Sicherheitsteam ging ein Schüler mit Namen Wang Rong Sheng hervor, den wir als Nachfolger sehen.
3.Generation
WANG RONG SHENG (1854-19..)
Bevor Wang Rong Sheng Schüler von Li Zhi Zhan wurde, war er bereits Meister eines in Shaolin bekannten Systems, es wird vermutet, dass es sich dabei um das QI XING QUAN (“Sieben Sterne Boxen”) gehandelt haben soll. Eine Leidenschaft von Wang Rong Sheng soll der Freikampf und das Messen seiner Kunst mit anderen gewesen sein. So soll es sich begeben haben, dass Wang Rong Sheng in die Schule von Li Zhi Zhan ging und diesen um einen Vergleichskampf bat. Wang Rong Sheng wurden in seine Grenzen zurückgewiesen und bat darum Schüler des von Li Zhi Zahn unterrichteten Tang Lang Quan werden zu dürfen. Er lernte und meisterte die Lehren seines Lehrers.
Als er später selbst unterrichte flossen seinen Erfahrungen mit den vom ihm zuvor gelernten Shaolin Künsten, wie das QI XING QUAN in das System mit ein. Man sagt er habe eine Reihe von Formen in das System integriert, u.a. Cha Chui, Hei Hu Jiao Yi und Shuang Cha Hua. Ab hier wird auch von QI XING TANG LANG gesprochen.
4.Generation
FAN XU TONG (1841-1936)
Der erste über Provinzgrenzen hinaus in China bekannte Meister des QI XING TANG LANG war Fan Xu Tong. Seine Popularität erhielt Fan Xu Dong in dem er in jungen Jahren in den Norden Chinas gereist war und dort bei Kampfveranstaltungen gegen Vertreter der dort hausenden russischen Besatzer besiegte. Diese Erfolge verliehen ihm überregional hohes Ansehen.
Nach den Zweikämpfen in jüngeren Jahren galt Meister Fans größtes Streben im späteren Leben der Erforschung der Wurzeln des von ihm geübten Gottesanbeterin Stils. Auf mehreren Reisen in das Kloster von Shaolin versuchte er die Geschichte und Herkunft des Systems zu ergründen. Die Ergebnisse seiner Forschungen schrieb er in fünf Büchern nieder und definierte so das Sieben Sterne Gottesanbeterin System erstmals schriftlich.
Als ihn eine Einladung der Jingwu Schule aus Shanghai erreichte war Lehrer Fan bereits über 80 Jahre alt und er war des Reisens müde und sesshaft geworden. Allerdings fand er Gefallen an der Idee und dem Konzept der Jingwu mehrere Systeme unter einem Dach zu unterrichten. Von seinen fünf engeren Schülern Gou Jia Lu, Wang Chuan Yi, Yang Wei Xin, Lin Jing Shan und Luo Guang Yu wurde letzt genannter von ihm ausgewählt sein Familiensystem in Shanghai öffentlich zu unterrichten und in der Welt zu verbreiten.
5.Generation
LUO GUANG YU (1888-1944 / Shanghai, Hong Kong)
Durch seine Lehrertätigkeit in der Jingwu Schule in Shanghai und seine vielen Reisen zu anderen Jingwu Niederlassungen in Südasien erreichte Luo Guang Yu große Popularität. Er gilt als der Vater des QI XING TANG LANG für den ganzen Südchinesischen Raum. Die größte Zeit verbrachte er in Shanghai, Hong Kong und Malaysia, wo heute noch große Schulen, die sich auf Luo Guang Yu berufen, zu finden sind.
Durch den Kontakt in der Jingwu zu Lehrern von anderen Systemen (wie z.B. dem Adlerklauenstil oder dem Wu Taiji) fand ein Austausch und danach eine Erweiterung des QI XING TANG LANG von Fan Xu Tong statt. Luo Guang Yu fügte seinem System viele neue Einflüsse hinzu und kreierte mit diesen Einflüssen neue Formen, so dass alle Schulen, die heute auf ihn zurück gehen, sich äußerlich von denen in Shandong gebliebenen unterscheiden.
6.Generation
LIN BO YAN (1903 – 1990 / Shanghai, Singapur)

Lin Bo Yan in Jingwu Selangor
CHUI CHI MAN (1902 – 2002 / Hong Kong)

Chui Chi Man auf den Dächern Hong Kongs
7.Generation
XU JIN GE (1949, Singapur)
1959 emigrierte der Junge Xu Jin Ge (kant. Koh Kim Kok) mit seiner Mutter nach Singapur, wo er bereits im Alter von 10 Jahren Schüler seines Onkels Lin Bo Yan wurde. Dieser unterwies ihn zunächst verschiedenen äußeren Kampfkünsten: Qi Xing Tang Lang Quan, Shaolin Tan Tui und dem Adlerklauenstil (Ying Zhao Quan). Später kamen die inneren Kampfkünste das Yang-Taji Quan und Xing Yi Quan dazu. Auf das Training im Qi Xing Tang Lang Quan invenstierte er dabei am meisten Zeit. Im späteren Verlauf seiner Kampfkunstlaufbahn engagierte er sich als Offizieller im Wettkampfsport (Sanda) und wurde Schüler von Chen Xiao Wang, der ihn im Chen Taiji unterwies. Meister Koh, wie er genannt wird, genießt in Singapur einen ausgezeichneten Ruf als Kampfkünstler und Taiji Praktiker. Das QI XING TANG LANG gibt er, wenn überhaupt, nur in einer kleinen privaten Gruppe weiter.
LEE KAM WING(1947, Hong Kong)

1980 Lee Kam Wing mit seinem Schüler Kai-Uwe Pel
8.Generation
KAI-UWE PEL (1964, Recklinghausen, Bochum, Shanghai)
Im Alter von 16 Jahren, gerade seine Berufsausbildung beendet, machte sich der deutsche Kai-Uwe Pel, der bereits sein frühester Kindheit erfolgreich Kampfsport trainierte, alleine nach Hong Kong auf, um bei Lee Kam Wing ein klassisches Kung-Fu-System zu lernen.
Nach bereits 3 Jahren Ausbildung war er soweit, dass Lee Kam Wing ihm erlaubte in Deutschland Schüler anzunehmen. Kai-Uwe Pel wurde nach Beendigung seiner Ausbildung 1985 von Lee Kam Wing zum offiziellen Nachfolger des System ernannt, was damals eine unglaubliche Ehre für einen Nichtchinesen war. Kai-Uwe Pel hatte dann, mit Mitte 20, den Wunsch weiter zu lernen, sich mehr Wissen anzueignen und mehr von der Tang-Lang-Welt in Asien zu sehen. Die Wege von Lee Kam Wing und Kai-Uwe Pel trennten sich darauf hin.

Kai-Uwe Pel 2010
2002 wanderte Kai-Uwe Pel nach Shanghai aus und lebt seitdem dort mit festem Wohnsitz. Er unterrichtet eine kleine Gruppe von Privatschüler und pflegt von Shanghai aus Kontakte zu Kung-Fu-Schulen in ganz Asien, die er zum Teil besucht und Demonstrationen gibt.
Kai-Uwe Pel ist unumstritten der Vater des QI XING TANG LANG in Deutschland und seinem leidenschaftlichem Engagement ist es zu verdanken, dass sich das System über ganz Deutschland verbreiten konnte und noch heute vielerorts geübt und unterrichtet wird.
Lehrer in Herne
Christian Kubiak lernt QI XING TANG LANG seit 1985 in der 9. Generation von Meister Kai Uwe Pel. 1996 vertrat er seinen Lehrer, als dieser auf seinen Reisen in Singapur war. Ab 1997 durfte er eigene Gruppen unter Anleitung seines Lehrers leiten. 2004 wird er in Shanghai von seinem Lehrer selbst zum Lehrer ernannt. Christian Kubiak unterrichtet seit Oktober 2003 eine eigene Gruppe in einem Sportverein in Herne.
Schüler in Herne
Jeder neue Kung-Fu-Schüler wird in der Familie als neue Genration angesehen, immer mit der Verpflichtung auferlegt, die Familienkunst zu wahren. Heute werden Anfänger gemäß dieser Tradition als jüngste(r) Bruder/Schwester in die Familie aufgenommen, das biologische Alter spielt dabei keine Rolle.

