Sportverein GEA-Happel e.V. | Lehrer Christian Kubiak
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Kung-Fu

Traditionelle chinesische Kampfkünste wie das QI XING TANG LANG, YING ZHAO FAN ZI MEN, HUNG GAR, CHOW GAR oder auch CHOY LEE FUT werden allgemein unter dem Oberbegriff Kung-Fu zusammengefasst. Der Begriff „Kung-Fu“ ist dabei mehr ein Versuch ähnliches begrifflich zu bündeln. Kung-Fu ist keine Kampfkunst, die man anhand von festgelegten Techniken und Regeln begreifen oder fassbar machen könnte. Kung-Fu ist eine Hülle, die innerhalb der chinesischen Kampfkunst, für die Fertigkeit eines Kämpfers verwandt wird und im allgemeinen Sprachgebrauch als Oberbegriff für chinesische Kampfkunst dient.

Kung-Fu – gongfu – 功夫

Kung-Fu, oder besser gongfu steht in seiner Bedeutung in China für “etwas besonders gut können”, wobei die Komponenten Arbeit und Zeit dabei eine essentielle Rolle spielen. Gongfu kann von jedem erlangt werden kann, der mit Hingabe und Leidenschaft an der Verbesserung einer Fähig- und Fertigkeit arbeitet.

Maler, Schmiede, etc. sie alle können durch die Summe aus Übung und Erfahrung gongfu erlangen.

Der Begriff Kung-Fu, als Synonym für chinesische Kampfkunst, ist seit den 70er Jahren durch die gleichnamige Fernsehserie in Deutschland so weit verbreitet und geprägt, dass wir die Assoziation dieser Begrifflichkeit für unseren Sprachgebrauch übernommen haben, bzw. gar nicht erst zu ändern versucht zu haben.

Kung-Fu ist keine Kampfkunst, sondern gongfu haben beschreibt die herausragende Fähigkeit eines Spezialisten auf einem bestimmten Fachgebiet. Wenn wir jemanden sehen, der etwas besonders gut kann und umgangssprachlich über diesen gesagt wird “der hat es drauf!”, dann handelt es sich um gongfu – unabhängig von dem was derjenige grad besser kann als andere.

Wird in China allgemein über Kampfkünste geredet, so spricht man von Wushu, nicht von gongfu. Doch mittlerweile hält der Begriff Kung-Fu als Name für chinesische Kampfkunst auch in China mehr und mehr Einzug.

In unseren Fall können wir sagen:

Kung-Fu heißt Herstellung von Verteidigungs- und Kampffähigkeit.

Kung-Fu heißt tägliches Training und harte Arbeit.

Kung-Fu heißt der Kampf gegen sich selbst und seinen Schweinehund.

Kung-Fu heißt Kultivierung der Persönlichkeit.

Kung-Fu heißt Verstehen.

Wushu 武术

Mit Wushu bezeichnet man in China den weit gefächerten Themenkomplex der Führung einer kämpferischen oder kriegerischen Auseinandersetzung und die damit verbundenen Vorbereitungen. Das Einstudieren von Reaktionen auf bestimmte Kampfszenarien gehört genauso dazu, wie die taktischen Methoden oder Strategien der Vor- und Nachbereitung eines Kampfes bzw. eines Krieges.

Wushu setzt sich aus den Worten WU und SHU zusammen. Ersteres steht für all die kriegerisch kämpferischen Elemente dieses Oberbegriffes, SHU steht für die Kunst diese durch angeeignetes Wissen richtig einsetzen zu können. Im weiteren Sinne steht das Zeichen WU, nicht nur für Krieg/Kampf, sondern auch für die Vermeidung eines Kampfes. Hier wird oft ein philosophischer Ansatz zum Üben der Kunst hineininterpretiert, was aber nur in Ansätzen richtig ist.

Wushu bezeichnet also die Kampfkünste in der das Wissen über Kampftechniken, Waffen, Erfahrung, medizinisches Wissen und so weiter zusammenfließen, so dass der Begriff dann auch wirklich wörtlich übersetzt werden kann: Kampfkunst.

Modernes und traditionelles WUSHU
Heute wird im Zusammenhang mit dem Begriff WUSHU häufig von der auf die sportlichen und akrobatischen Elemente reduzierte Form des eigentlichen, traditionellen oder klassischen, WUSHU gesprochen. Diese moderne wettkampforientierte Vorführ(kampf)kunst wird deswegen oft auch als “modernes Wushu” bezeichnet. Sie stellt aber nur einen sehr kleinen Bestandteil der Kampfkünste Chinas dar und verfolgt einen anderen Ansatz als die klassischen Kampfsysteme, wie z.B. das QI XING TANG LANG.

Wenn wir also den Begriff WUSHU verwenden bezieht sich dieser auf den breiten Bedeutungsinhalt der Kampfkünste Chinas in seiner Gesamtheit. KUNG-FU ist heute synonym, zielt aber mehr in das Üben klassischer Systeme, was aber auch nicht immer zutreffend sein muss – und umgekehrt. Die wirkliche Unterscheidung von traditionellen und modernem WUSHU/KUNG-FU liegt in der Ausübung und den Stammbäumen der Systeme verborgen.

Der obige Erklärungsversuch soll dem Laien eine kleine Einführung und Orientierungshilfe sein.