Panantukan Seminarreihe (Phase 1) in GE
Im Gelsenkirchener Kampfsportstudio „THE BASE“ startete gestern eine Seminarreihe im Panantukan – dem philippinischen Boxen. Dies unterscheidet sich, laut Ausschreibung, zum bekannten Amateur- oder Profiboxen vor allem in der Zusammensetzung der gebräuchlichen Techniken, die in einem reglementierten Boxkampf schlichtweg verboten sind, da sie für die Selbstverteidigung konzipiert wurden. Darunter fallen z.B. Fingerstiche, Ellbogen- und Kopfstöße, Drücken und Ziehen, einfache Würfe. Demnach ist Panantukan hervorragend geeignet für jeden, der sich mit dem Thema Selbstverteidigung beschäftigt. Klammert man die “miesen Tricks” aus, so soll das Panantukan auch für Kampfsportler anderer Disziplinen eine große Bereicherung sein – was ich herausfinden wollte.
Inhaltlich wurden gestern in der Phase 1 aufbauend auf einer aktiven Deckungsarbeit, verschiedene Drills zur Verbesserung der Beinarbeit und den wichtigsten Waffen, den Jab und dem Cross (Linke Gerade, Rechte Gerade) vorgestellt. Dieses Seminar vermittelte das Grundgerüst des Panantukan: Gleichgewicht, Verteidigung, Ökonomische Struktur, Angepasste Konditionierung. Was Ausschreibung und Umsetzung angeht wurde dies exakt eingehalten. Was drauf stand war auch drin – hier mein Bericht:

THE BASE in Gelsenkirchen
Egal aus welcher Richtung man Stand-Up-Fight unterrichtet und lernt…das was gut ist und funktioniert ist gleich – auch wenn es nicht gleich heißt oder anderes unterrichtet wird. Ich habe dies nun schon oft feststellen können und wurde gestern wieder einmal darin bestätigt, dass die Aussicht auf dem Berg nicht abhängig von dem Weg auf diesen ist. So waren mir 90% der Inhalte gestern einfach bekannt (es waren allgemeine Grundlagen) und ich hatte stellenweise das Gefühl ich stehe vorne und referiere im freitags Sanda-Training meiner Schule. Ich sehe dies überhaupt nicht negativ oder als verschwendete Zeit, sondern als eine sehr positive Bestätigung der Arbeit, die ich mit meinen Schülern mache. Technisch hatte Markus überhaupt nicht erst versucht den Teilnehmern der verschiedenen Disziplinen zu zeigen was eine Führhand oder Schlaghand ist. Vielmehr war der Panantukan-Weg die Dinge zu unterrichten Kern des Tages, was hervorragend umgesetzt wurde.
Was war neu für mich?
1. Die Theorie und die dort verwendeten Begriffe in dieser Tiefe. Haben mir auf jeden Fall wieder neue Ideen gegeben und Lust das ein oder andere nachzulesen und in meinen Unterricht als Theorie einzubinden.
2. Die sogenannte „Crazy Monkey Defense“ (oder Gunting; siehe Foto) – arbeiten mit einer Doppel-/Körperdeckung mit Einsatz der Ellenbogen. Eine interessante und wirkungsvolle Möglichkeit wenn man die Raumdeckung (so wie ich sie trainiere und unterrichte) nicht aufrechterhalten werden kann, weil die Distanz (der Raum) überbrückt und zu klein geworden ist. Ich werde in nächster Zeit versuchen dies sinnvoll in mein Repertoire aufzunehmen. Muss mich damit allerdings erst noch praktisch auseinandersetzen und ein paar Mal mit Partner üben und ggf. nochmal fachkundige Beratung einholen. Aus jeden Fall eine neue Idee, die ich verfolgen kann.
3. Im Teil „Angepasste Konditionierung“ wurden Panatukan typische Partnerdrills gezeigt und geübt, auch hier habe ich interessante Ansätze gefunden mein Sanda-Training und den Unterricht zu optimieren.
Ich hatte gestern das Glück mit einem geschulten Boxer zu trainieren, was viel zum Verständnis neuer Techniken beitrug, da das Gezeigte einfach schneller umgesetzt und geübt werden konnte. Ein gelungener und sinnvoll verbrachter Tag in Gelsenkirchen, der viele Ideen und Herangehensweisen bei mir gefestigt und neue hervorgebracht hat – was will man in 4 Stunden mehr.



