Krav Maga Szenario Seminar in Bochum
Trotzt des angekündigten Schneesturmes DAISY und Unwetterwarnungen fand das Szenario Seminar in Bochum statt – positiv. Insgesamt kamen dann auch knapp 12 Leute zusammen, um die vier gut vorbereiteten Szenarios zu durchlaufen. Ich hatte im Internet (KKB) die Ausschreibung gelesen und fand das (für mich) neue Format erfrischend und war gespannt auf die Durchführung eines solchen Seminares.
Es ging in den vier Situationen nicht darum, Techniken zu üben, sondern gewisse Taktiken in Verteidigungssituationen, zum Teil unter hohem Stress, zu durchstehen. Referent Sejoscha Agiri hatte viele Praxistipps und alles was gesagt, umgesetzt und geübt wurde war zu Hundertprozent authentisch.
1.Szenario: “Lounge”
Rumlümmeln auf einer Couch in einer Bar/Lounge und der mögliche Gegner ist ebenfalls im Raum. Wie verhalte ich mich im Sinne einer effektiven Selbstverteidigung am besten (Körpersprache, Distanz,..)? Wie bereite ich mich auf mögliche Attacken vor (Positionierung, Gewichtsverlagerung,..)? Wie kann ich flüchten? Deeskalieren etc. Die Vorbereitung und Durchführung von Flucht stand zunächst im Mittelpunkt, bevor es böse wurde: Tritte des Angreifers gegen den Kopf eines Sitzenden und entsprechende Blocktechniken und Gegenangriffe wurden mit Kontakt und Schlagpolstern geübt. Für mich war das Üben tiefer Tritte mit Kontakt neu – wofür haben wir schließlich einen Tiefschutz.
2.Szenario: “Tiefgarage”
Raus in den Schnee. Die Realität findet nicht nur bei schönem Wetter oder 21 Grad warmer Turnhalle statt. Rutschiger Beton, Kälte, Nässe, 15cm Neuschnee…und ein Messerangreifer mit seinen vier Kollegen. Nachdem der Messerangreifer abgewehrt wurde begann eine Flucht an der mich 4 Gegner hindern wollten. Nachdem eine Mauer überquert werden musste begann ein Kampf im Neuschnee, bevor der Weg endlich frei war mussten zwei Gegner überwältigt werden.
3.Szenario: “Kellergang”
Der Gang war eng, warm und z.T. nur schwach beleuchtet. Um Durchzukommen musste man an mehreren Gegnern vorbeikommen, die einem daran hindern wollten: Schlagen, Treten, Schubsen. Erschwert wurde das Szenario dann noch mit dem Einsatz von Waffen und dem Beschützen eines Buddys, den man sicher durch den Gang bringen musste.
4.Szenrario: “Discoschlägerei”
Dunkelheit, Kunstnebel, Stroboskop und Musik in Anschreilautstärke. Hier gab es kein Ausweichen mehr, sondern nur noch Ausdauer im Nahkampf – Drill & Stress. Bei aktiven wie passiven Rollen eines Schlagabtausches im Stand und am Boden wurde den Akteuren nochmal alles abverlangt.
Mein Fazit:
Für mich war die Art Dinge zu trainieren neu und ich bin wirklich begeistert von der Methode die Selbstverteidigung auch in den möglichen Umgebungen in der Selbstverteidigung vorkommen kann zu trainieren. Die Berücksichtigung der dort gegeben Einflüsse geben dem Training einen ganz anderen Bezug zur Realität. Eigentlich liegt das so nahe, aber man hat ja schon immer in der Halle/Schule trainiert und über „die realitätsnahe SV“ geredet – reicht ja…
Schnittmengen
Auf meiner Suche nach Schnittmengen (trad. Kung-Fu – andere Kampfkünste und Hybriden) habe ich wieder einmal hochinteressante Erfahrungen machen können. Im Umfeld der wenigen gezeigten Techniken konnte ich 1 zu 1 Parallelen zu Grundtechniken im Qi Xing Tang Lang (meinem Stammsystem) feststellen. Die Art und Weise diese aber auch unter wirklich realitätsnahen Bedingungen zu trainieren war für mich neu und für mein Training absolut inspirierend und bereichernd.
Selbstverteidigungspraxis wird hier (im Krav Maga) von jedem Praktizierendem ausgelebt und nicht in einer grauen theoretischen „wenn er, dann ich“-Wolke methodisch besprochen.
In einem Satz
Das Training realistischer Selbstverteidigung gehört in die praxisnahe Realität – und muss so trainiert werden, wie sie stattfinden kann.
Videoclip
Quellen:
Fotos von Daniel Scherer, Krav Maga Team Bochum
Video vom Youtube Channel von MrCross25
Weitere Informationen und einen Rückblick gibt es auf:
> www.kravmaga-team-bochum.de



