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Fajing Seminar

Jun 29th, 2010 | By Christian Kubiak | Kategorie: Christian Kubiak

Fajing – eines der großen und geheimnissvollen Themen im Kung-Fu. Beim Fajing geht es, grob gesagt, um Kraftgenerierung und um die explosive Abgabe der generierten Kraft. Vorzugsweise in den so genannten inneren Stilen praktiziert, ist Fajing aber eine stilübergreifende Methodik, die man im Kampf einsetzen kann. Ich hatte zum diesem Thema bislang wenig bis gar keinen Kontakt und war sehr gespannt auf das was mich da am letzten Samstag erwartete.

Zu Friedhelm Tippners Seminaren einen inhaltlichen Rückblick zu schreiben lohnt sich von daher nicht, da es nur eine Nacherzählung der Ausschreibung wäre:

Dieses Seminar versteht sich als erste Einführung in verschiedene Methoden der Fajin-Generierung, stilübergreifend basierend auf den Prinzipien der “Aufwandslosen Bewegung” sowie der traditionellen inneren Kampfkünste Baguazhang, Xingyiquan, Liuhe Bafa, Taijiquan und Yiquan.

In diesem Seminar arbeiten wir …

… an verschiedenen Methoden zur Fajin-Generierung. Unter dem Begriff “Fajin” versteht man – insbesondere in den sogenannten “inneren” Stilen der chinesischen Kampfkünste wie z.B. Baguazhang, Xingyiquan, Liuhe Bafa, Taijiquan und Yiquan – die explosionsartige Freisetzung von Energie. (Ich möchte darauf hinweisen, daß es sich hierbei um der schnellen Rede willen um eine absichtlich gewählte, sehr allgemein gehaltene Übersetzung handelt.)

Viele Fajin-Methoden beruhen auf einem mehr oder weniger deutlichen Peitschenschlageffekt, aber es gibt noch andere Wege, ein Fajin zu generieren. Dies soll an diesem Samstag insbesondere durch eine Fokussierung auf die Grundprinzipien geschehen und durch verschiedene Solo- bzw. Partner-Übungen erläutert, vertieft und zur Anwendung gebracht werden. Thematisiert werden u.a. folgende Methoden:

• Öffnen und Schließen des Kua,
• die Nutzung von Fall, Kollision und Rückstoß: “Hohe Berge, stürzende Wasser”,
• Die “Aufsteigende Welle”,
• Zentrumsbewegung bzw. -rotation,
• Ganzkörper-Fajin u.v.m.

Nach den ersten beiden Stunden hatte ich bereits genug Stoff, um mich damit alleine auseinandersetzen zu können. Alles was dann noch kam war Bonus für mein Hirn. Meine Vorstellung von Fajing wurde komplett verworfen und deckte sich vielleicht noch in der sichtbaren Ausprägung mit dem was ich dachte was es am Anfang sei. Friedhelm Tippner konnte das Thema so praxisnah unterrichten, dass bereits nach kurzem Üben die Idee spürbar vor mir lag.

Ich konnte mit René, der diesmal mit dabei war, viel am Mann ausprobrieren und testen. Da wir beide uns aus dem sonstigen Training gut kennen brauchten wir keine lange Abstimmung wie hart, schnell oder intesiv man miteinander arbeitet. Wir konnten hier für uns spürbare und echte Ergebnisse erarbeiten. Für uns beide war die Umsetzung von Fajing in bereits bekannten Situationen und Bewegungsmustern (auch im Sanda) höchst interessant. Lehrer Friedhelm unterstützte uns gerne und korrigierte wo nötig.

Nachdem wir am Ende vier Methoden zur Generierung von Fajing kennengelernt haben verflog auch der geheimnissvolle Zauber den diese Methode am Anfang mit sich führte. Die Umsetzung ist wahrhaftig nicht einfach und ohne langes Üben kann man den echten Einsatz der Methode vergessen. Fajing ist aber weder etwas was einer elitären Gruppe von Kampfkünstlern vorbehalten ist, noch etwas vor dem man als Übender Angst haben muss es sei zu schwierig zu lernen. Wer sich die Zeit nimmt kann es lernen…es braucht allerdings Zeit und natürlich einen Lehrer der es zeigen kann.

Mein Puzzle ist am Wochenende wieder kompletter geworden und der Horizont weiter.

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