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Chan Si Gong Seminar

Jun 6th, 2010 | By Christian Kubiak | Kategorie: Christian Kubiak

Ich habe lange warten müssen, bis mein Terminkalender und ein Chan Si Gong Seminar eine Übereinstimmung zugelassen haben. Am Samstag war es dann nach ein paar Jahren der Suche endlich soweit, dass ich die grundlegenden Übungen des Chen Taiji kennenlernen konnte.

Meister Long Jun von der Dortmunder Long Bao Schule unterrichtete am Samstag höchst anschaulich und praktikabel die „Seidenweberübungen” mit praxisnahen Anwendungsbeispielen und viel theoretischen Background. Schon nach sehr kurzer Zeit war mir klar, dass Meister Long Jun einer der selten anzutreffender Kampfkünstler in Deutschland ist, der ihre Kunst überhaupt so fundiert und authentisch unterrichten können wie ich es von chinesischer Kampfkunst erwarte. Sein mehrjähriges Medizinstudium in westlicher und traditioneller chinesischer Medizin, die lange Erfahrung im Kung-Fu und Sanda gaben dem Seminar stets den fundierten theoretischen Background und Link zu Realität.

Sie Seidenweberübungen an sich waren für mich hartes Brot. Stellenweise habe ich mich wieder wie der blutigste Anfänger gefühlt – was ich hier ja auch war! Das feine und achtsame Auge von Meister Long Jun war stets auf Knochenstruktur und Gelenkstellungen gerichtet und man wurde sofort zurechtgerückt, wenn der Meister eine Verbesserung für notwendig ansah. Didaktisch war der Unterricht typisch chinesisch – wie auch sonst. Die chinesische Einrichtung der Schule und das warme Wetter gestern unterstützten den gefühlten Kurztrip nach China.

Begonnen mit typischer Aufwärmgymnastik wurden Atemübungen und die stehende Säule Zhan Zhuang geübt und korrigiert. Dann die aus dem Xing Yi bekannte Stellung „San Ti Shi“ in korrekter Position und Schritt bevor zu den eigentlichen Inhalten des Unterrichts übergeleitet wurde.

Nach jeder Seidenweberübung, es sind mehrere, wurden die Dinge praktisch bebildert, indem man kooperativ und abstrakt Faustkampfduelle nachstellte, auf die dann die Seidenweberübungen als Reaktionsmuster dienten. Alles was der Meister hier demonstrierte war sauber, authentisch und von der Art, die man „in echt“ besser nicht abbekommt
Alle Beispiele wurden theoretisch noch mit verschiedenen Erklärungen zu den “Eskalationsstufen der Gewalt” gespickt und ständige Verweise auf die Tugendhaftigkeit eines Kung-Fu-Kämpfers machten alle Erklärungen und Beispiele rund.

Ich bin voll zufrieden mit dem gestrigen Samstag und habe viel für mein Training mitgenommen.

Hier das Promovideo zur Ankündigung des Seminars, zum Fotos machen kam gestern irgendwie nicht:

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